Ethik

Pädagogik und Therapie werden als zwei voneinander fachlich-substanziell unabhängige Teile eines beides übergreifenden Rehabilitationskonzepts aufgefasst. Sie dürfen nicht vermischt, müssen aber koordiniert werden. Vermischungen lenken von der therapeutischen oder therapeutisch zu erarbeitenden intrinsischen Motivation ab und gefährden dadurch zugleich eine erfolgreiche Anpassung an diagnostische Kriterien ( z.B. MPU- Beurteilungskriterien ), die eine solche nicht opportunistische Motivation fordern.

 

Die Kooperation soll die Kongruenz zwischen psycho-sozial sanierender therapeutischer und an diagnostischen Kriterien orientierter pädagogischer Rehabilitation sicherstellen. Inkongruenzen lösen - gleich wie Vermischungen - innerseelische Konflikte aus, die, verstärkt durch negative diagnostische Folgen, Rehabilitationsziele konterkarieren. Die Kongruenz von heilkundlich orientierter Therapie und diagnostisch fokussierter Pädagogik setzt dagegen die berechtigten Erwartungen der MPU und des Gerichts um: Die Beweggründe für die Therapie müssen - zwar nicht unbedingt zum Therapiebeginn, aber auf jeden Fall durch ihre therapeutische Aufarbeitung - nicht opportunistisch intrinsisch sein, das therapeutisch Erarbeitete muss aber auch zu den verkehrsdiagnostischen Anforderungsprofilen passen und der Betroffene sollte darauf vorbereitet sein, entsprechend zu argumentieren. Die "Belohnung" für die Einlösung der Erwartungen der MPU oder des Gerichts ist die Rückerstattung von Mobilitätsrechten. Da Mobilität eine sehr hohe Stelle in der Werteskala unserer sozialen Gemeinschaft besetzt, ist eine Anerkennung der Therapiebemühungen durch soziale Institutionen ein hochwirksames therapeutisches Reinforcement. Dieses stabilisiert den Therapieerfolg in allen Lebensbereichen und deshalb auch hinsichlich des zukünftigen Fahrverhaltens. Die Kooperation von A (Therapeut)und B (Berater) soll den von beiden betreuten Kunden/ Klienten das Vertrauen geben, dass ihre engagierte therapeutische Aufarbeitung von Lebensproblemen, durch eine kompetente Verkehrspädagogik passgenau mit den Kriterien der ihnen bevorstehenden Beurteilung der Fahreignung abgestimmt, ihnen den größten und umfassendsten Handlungserfolg garantiert.